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Tagung (Post-)koloniale Erinnerungen im Nordwesten

 

vom 12. bis 14. Oktober 2023

 

im Ostfriesischen Landesmuseum Emden, Brückenstraße 1 in 26725 Emden

 

 

Die Tagungsgebühr beträgt 50 Euro, reduziert 30 Euro (*)

(*) Schüler:innen, Student:innen, Erwerbslose (ALG I, SGB II) sowie Empfänger:innen von Leistungen nach dem SGB XII

 

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Die Anmeldung zur Tagung erfolgt ausschließlich über unseren Onlineshop,

in dem Sie sich mit Ihren bereits vorhandenen Zugangsdaten anmelden oder ein Konto eröffnen müssen.

 

Anschließend wählen Sie den Artikel „Tagung (Post-)koloniale Erinnerungen im Nordwesten".

In dem sich nun öffnenden Fenster müssen Sie auf dem Kalender das grün markierte Datum

„12. Oktober 2023“ anklicken und Ihre Auswahl durch klicken auf das blaue Feld „Preise" bestätigen.

Danach können Sie Ihre Bestellung abschließen und erhalten Ihr Tagungsticket per E-Mail.

 

Um Anmeldung bis zum 05.10.2023 wird gebeten.

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Tagung (Post-)koloniale Erinnerungen im Nordwesten

 

Anknüpfend an die in den 1980er Jahren in den angelsächsischen Ländern aufgekommenen postcolonial studies richtet sich seit etwa 2010 verstärkt auch das Augenmerk der deutschen Geschichtswissenschaft auf Deutschlands koloniale Vergangenheit und ihre Auswirkungen in die Gegenwart. Geschichtsmuseen, regionale Museen und ethnologische Museen spielen in der Debatte sowohl aufgrund ihrer Sammlungsbestände wie auch als Orte der Geschichtsvermittlung eine zentrale Rolle.

 

Die Forschung der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass sich Kolonialismus weder als vergangenes historisches Phänomen, noch als konsistente Monoerzählung betrachten lässt. Vielmehr ist gerade unsere globale Weltordnung bis heute zutiefst von Kolonialismen höchst unterschiedlicher Gestalt geprägt, die sowohl im globalen Norden wie im globalen Süden regional sehr unterschiedliche Wirkung entfaltet und Spuren hinterlassen haben bzw. rezipiert werden. Auch greift es zu kurz, bei der Betrachtung allein auf die kurze Epoche zu blicken, in welcher Deutschland selbst Kolonialmacht war. Vielmehr waren Deutschland bzw. deutsche Territorien deutlich früher in koloniale Zusammenhänge eingebunden, auch reichen die Auswirkungen und Verflechtungen weit über das Ende des deutschen Kolonialreiches hinaus.

 

Während mit Studien und Initiativen etwa für Freiburg im Breisgau, Hamburg oder Berlin erste fruchtbare Annäherungen an regionale Kolonialismen in Deutschland vorgelegt wurden, fehlen diese für den Nordwesten nahezu vollständig. Dies nimmt insofern Wunder, als die Region schon aufgrund ihrer Küstenlage eine zentrale Rolle als Deutschlands Tor zur Welt einnahm. Dies gilt in besonderem Maße für die am Dollart gelegene Seehafenstadt Emden wie auch die im 19. Jahrhundert als preußischer Marinehafen gegründete Marinestadt Wilhelmshaven. Während die Geschichte Emdens insbesondere im 17. Jahrhundert, der Hochzeit des niederländischen Kolonialismus nach der Erlangung der spanischen Unabhängigkeit, aufs Engste mit der Geschichte seiner niederländischen Nachbarn verbunden war, fällt die Phase von Wilhelmshavens Wachstum mit der Hochzeit des Kolonialismus des Deutschen Reiches zusammen. Beide Epochen haben auch ihre Spuren in den Sammlungen und Narrationen der in beiden Städten ansässigen Museen hinterlassen. Doch auch für andere Orte auf der ostfriesischen Halbinsel werden sich bei entsprechender Forschung koloniale Bezüge erkennen lassen.

 

Das Ostfriesische Landesmuseum in Emden und die Stiftung Deutsches Marinemuseum in Wilhelmshaven veranstalten daher zusammen mit der Ostfriesischen und der Oldenburgischen Landschaft diese gemeinsame Tagung, welche den Beginn einer „Kartierung” (post-)kolonialer Erinnerungsorte und Akteur:innen im Nordwesten Deutschlands zum Ziel hat, die Akteur:innen vernetzt und einen Austausch zwischen Mitarbeitenden von Institutionen und Aktivist:innen ermöglicht.

 

Tagungsort: Ostfriesisches Landesmuseum Emden

 

 

 

Donnerstag, 12. Oktober

9:30 Anmeldung

 

11:00 Begrüßung und Einführung

Jasmin Alley [Leiterin des Ostfriesisches Landesmuseums Emden]

Dr. Stephan Huck [Leiter des Deutschen Marinemuseums Wilhelmshaven]

 

Grußworte

Rico Mecklenburg, Präsident der Ostfriesischen Landschaft

Dr. Michael Brandt, Geschäftsführer der Oldenburgischen Landschaft

Lena Nzume, MdL (angefragt)

 

11:45-13:15 Kolonialgeschichte Emden (AT)

 

Großfriedrichsburg, die erste deutsche Kolonie in Afrika? Brandenburg-Preußen, Atlantische Verflechtungen und nationales Gedächtnis

Prof. Dr. Roberto Zaugg, Uni Zürich (per Videocall)

 

Nordwestdeutsche Verwicklung in Sklaverei und Sklavenhandel

Prof. Dr. Rebekka von Mallinckrodt, Uni Bremen

 

13:15 - 14:15 Mittagspause

 

14:15 – 16.00 Kolonialgeschichte in Emden und Wilhelmshaven (AT)

 

Emden, Wilhelmshaven, Malaria und koloniale Netzwerke, 1900 bis 1914

Dr. Manuela Bauche, Freie Universität Berlin

 

Der „Platz an der Sonne“ am Jadebusen

Jan Kawlath, Freiberuflicher Historiker, Hamburg

 

Der Kolonialrevisionismus in Wilhelmshaven zwischen den Weltkriegen und das Marine- und Kolonialmuseum von 1935

Leon Julius Biela, Studierender Uni Freiburg

 

16:00 - 16:30 Kaffeepause

 

16:30 – 18:00 Erinnerungsräume dekolonisieren (AT)

 

Dekoloniale Interventionen im Nordwestraum

Soniya Alkis, DeKol Netzwerk Nordwest Wilma Nyari, ISD, DeKol Netzwerk Nordwest

 

Kolonial-rassistische Prägungen des Emder Stadt- und Lebensraums – Impulse für eine dekoloniale Erinnerungskultur

Mechthild Exo und Kristina Lubas, Hochschule Emden/Leer

 

18:45 Öffentliches Abendgespräch - Schwarze Perspektiven auf Dekolonisierung

 

Gespräch mit Tahir Della von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland Bund.
Moderation: Gisela Ngomo

 

Tahir Della ist seit 1986 Aktivist der ISD und fester Bestandteil der jüngeren

Schwarzen Bewegung in Deutschland. Seit Gründung des bundesweiten ISD-Verbandes 2001

war er bis 2019 im Vorstand eingebunden und an der Koordinierung der bundesweiten sowie

lokalen Aktivitäten beteiligt. Seit Januar 2016 besetzt er die Promotorenstelle für diasporische

Perspektiven in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit im Berliner Promotorenprogramm

„Eine Welt“

 

Gisela Ngomo: Projektkoordinatorin für das Projekt Handeln mit Haltung von Vasudeva- eV.

Projektleitung für Kunstprojekte und Diversity-Workshops, Künstlerin und Aktivistin).

 

Ab 20:15 Get Together

 

 

Freitag, 13. Oktober

09:00 - 10:30 Koloniale Kontinuitäten (AT)

 

Kolonialität von Strukturen des Nordwesten Deutschlands

Lara Wörner/Nelo Schmalen: (Doppelbeitrag), Universität Flensburg

Nelo Schmalen ist Promotionstudierende an der Uni Flensburg

Lara Wörner, Studierende an der Uni Flensburg

 

Die Ethnogenese und der Tutsizid in Ruanda – Überlegungen zum kolonialen Erbe mit Blick auf Akteur:innen aus dem Nordwesten Deutschlands per Videocall

Dr. habil. Anne Peiter, Université de La Réunion

 

10:30 - 11:00 Kaffeepause

 

11:00 – 12:30 Museale Repräsentation (AT)

 

„Hey Hamburg, kennst Du Duala Manga Bell?“, MARRK Hamburg

Suy Lan Hopmann, Freie Kuratorin

 

„Hingucker“ Ausstellung, Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt

Jeanne Nzakizabandi, Freie Kuratorin

 

12:30 Schlusswort

 

13:00 Führung „(Post-) Koloniale Erinnerungen im Ostfriesischen Landesmuseum Emden“ (AT)

 

 

Samstag, 14. Oktober

Exkursion: Koloniale Erinnerungen in Wilhelmshaven

Treffpunkt Hbf/ZOB Wilhelmshaven um 11:30 bis 14:30

Stadtrundgang zum Deutsches Marinemuseum Wilhelmshaven